Freitag, 9. September 2016

Bühlerhöhe (Brigitte Glaser)



ISBN: 978-3-471-35126-0
Erschienen: 12.08.2016
Gebunden mit Schutzumschlag, 448 Seiten.
Verlag List



 
Inhalt:
Drei Frauenschicksale rund um das Hotel Bühlerhöhe im Schwarzwald. Die Hausdame Sophie Reisacher, die nach Höherem strebt und nach einem Ehemann Ausschau hält, der ihr das erwünschte Leben bieten kann. Rosa Silberstein, eine Jüdin die mit einem Geheimauftrag in den Schwarzwald geschickt wurde. Und Agnes Rheinschmitt, die im benachbarten Hotel Hundseck arbeitet.
Rund um den Besuch des Bundeskanzlers Adenauer im Hotel Bühlerhöhe und eines zu vereitelnden Anschlags auf ihn wird die Geschichte der drei Frauen erzählt.



Mein Leseeindruck:
Ein Roman, der das Schicksal der Frauen in den Vordergrund stellt.
Rosa Silberstein lebt in einem Kibbuz in Israel und wird als Begleitung eines Agenten in den Schwarzwald in das Hotel Bühlerhöhe geschickt um Bundeskanzler Adenauer zu beschützen. Sie ist die ersten Tagen auf sich allein gestellt, weil der als ihr Ehemann auftretender Agent nicht auftaucht.
Sophie Reisacher arbeitet als Hausdame im Hotel Bühlerhöhe und strebt nach einem besseren Leben. Sie sieht die einzige Chance dafür in einer guten Heirat und ist daher auf der Suche nach einem Ehemann. Rosa ist für sie nicht nur eine geheimnisvolle Frau sondern auch eine Rivalin. Entsprechend eisig ist ihr Umgang mit Rosa.
Agnes Rheinschmitt arbeitet gerne mit Zahlen und ist glücklich wenn sie Büroarbeiten erledigen kann.
Die männlichen Protagonisten in diesem Buch bleiben sehr blass. Auch die Adenauer erscheint fast wie eine Randfigur.
Die ersten Zweidrittel des Buches haben mir sehr gut gefallen. Rosas und Sophies Geschichte wird in Rückblenden erzählt und man erfährt auch stückchenweise etwas über Agnes. Leider habe ich bei den vielen Rückblenden manches mal den Überblick verloren. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen.
Das letzte Drittel des Buches hatte einige Längen, die das Lesen schon fast etwas anstrengend machten. Es ist kein Buch, dass man mal eben so zwischendurch lesen kann.
Für mich war der Dialekt etwas gewöhnungsbedürftig. Ich musste doch manchen mal zwei mal lesen um den Sinn zu erfassen (hauptsächlich wenn es um Agnes geht).
Die Geschichte der jungen Bundesrepublik und des Staates Israel wird immer wieder eingewoben was mir gefallen hat.

Mein Fazit:
Bühlerhöhe ist kein Agentenroman, eher ein Frauenroman und liest sich nicht so nebenbei. Für Leser, die mehr von der Zeit Anfang der 50er Jahre erfahren möchten ist das Buch genau das Richtige.





















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